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Digitalisierung - Hype oder kalter Kaffee?

June 27, 2017

Bild: © squarelogo – Fotolia.com

 

Schweiz (Juli 2017)Digitalisierung ist im Moment überall und alles. Wenn man sich nur in der Presse und im Netz umsieht, ist rein thematisch Digitalisierung ein absoluter Hype. Unsere Zukunft, der Erfolg ihrer Firma oder einfach nur der Haushalt sind abhängig von der Digitalisierung - ist dies wirklich so etwas Neues?

 

Viele werden durch die Flut an Schlagwörtern der Digitalisierung sprichwörtlich erschlagen. Denn heute googelt man und sucht nicht mehr, man skyped und telefoniert nicht mehr oder man blogged und schreibt nicht mehr. Wer vor gut 20 Jahren Unternehmensberater war, durfte sich oft mit Projekten beschäftigen wie die “Optimierung von Kundenprozessen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit” - heute heisst das “User Journey with Magic Moments”, ist aber im Endeffekt nicht wirklich revolutionär neu.

 

Allerdings ist der Umgang und die Art des Arbeitens mit der Digitalisierung durchaus neu. Das ist meines Erachtens die Herausforderung für jedes Unternehmen. Denn es braucht ein Umdenken und eine andere Art zu arbeiten. Kunden sind inzwischen oft besser informiert über die Produkte als die eigenen Verkaufsberater. Kommunikation findet oft nur als Chat oder Tweet mit wenigen Zeichen statt. Das erfordert Disziplin, auf den Punkt zu kommen. Während man früher mit Hausbriefen und einer beigelegten Namensliste zum Abzeichen, ob er auch gelesen wurde, Wochen benötigte, um Informationen im Unternehmen an alle Mitarbeiter zu streuen, ist mit einem Live-Chat oder Newsletter dies in wenigen Sekunden geschehen.

 

Dinge haben sich verändert, das ist nicht in Abrede zu stellen und selbst die sogenannten Experten können die Zukunft nicht voraussehen. Noch 1994 hat McKinsey in einer OECD Studie das weltweite Absatzpotenzial von Mobiltelefonen auf 900´000 beziffert - das wird aktuell am Tag verkauft.

 

Quelle: Brandeins.de 

Aber die Dinge haben sich schon immer verändert und die Veränderung durch die Digitalisierung startet nicht jetzt - sie hat schon lange begonnen. Mitte der 90er Jahre durfte ich nach der Fusion zweier Grossbanken als Projektleiter das grösste elektronische Archivierungsprojekt der Bankgeschichte umsetzen. 60 Millionen Seiten aus 145´000 Ordner wurden gescannt, indexiert und in ein elektronisches Archiv überführt. Die Dokumente wurden nach 3 Monaten vernichtet, die Schränke in den Büros abgebaut und die Mitarbeiter geschult. Keiner der Mitarbeiter konnte sich vorstellen, wie er ohne Papier seine Arbeit verrichten sollte. Für diese war das Arbeiten ohne Papier und das Wegfallen der plötzlich liebgewonnenen Ablage die erste “Virtual Reality”.

 

Wer es nicht mehr kennt: Zu diesen Zeiten war nur jemand wichtig, wenn er seinen eigenen Drucker auf dem Schreibtisch hatte. Auch diese hatten wir den Mitarbeitern weggenommen und als eine der ersten Unternehmen Netzwerkdrucker als “Crowdprinting” eingeführt. Das Geschrei war gross.

 

Man kann es sich also gut vorstellen, dass der Schwerpunkt der Schulungen damals weniger der technische Inhalt als das Change Management war. Und ich denke, das ist auch heute noch so. Die Digitale Transformation mag als Thema ein Hype sein und für manche rein technisch und basierend auf den Möglichkeiten eine Digitale Revolution - aber wenn man es sich genau ansieht, ist vieles auch alter Wein in neuen Schläuchen. Insofern gilt es die Mitarbeiter auf diese Reise mitzunehmen, den geistigen Wandel (Mindset-Change) hinzubekommen und die Möglichkeiten und den Umgang mit der Digitalisierung als Chance zu erkennen. Daher ist heutzutage Coaching viel wichtiger geworden als die reine Beratung. Und ab und zu weniger “fancy” Schlagworte im Umgang mit den Kunden und Mitarbeitern zu verwenden, damit sie verstehen um was es geht, schadet sicher auch nichts. 

 

Ob Digitalisierung in Wirklichkeit also ein Hype oder kalter Kaffee ist, lässt sich nur schwer beantworten, denn die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und das ist auch gut so. Denn so bleibt es für alle und jeden spannend.

 

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